Verein Freunde der Kremser Altstadt

Verein Freunde der Kremser Altstadt 

                                            

(VFKA) 

 

Krems, am 02.01.2009

 

             UNMUTSGEDANKEN!

 

 Was zeichnet eine gute Volksvertretung aus?

Dass sie volksnah ist und sich wirklich um die Anliegen ihrer Bürger kümmert.

 

Sicherlich kann man es nicht allen Menschen recht machen, aber ein wenig Einfühlungsvermögen würde auch so manchem Politiker gut anstehen.

Sich bloß profilieren zu wollen, ein Zeichen der eigenen Macht zu demonstrieren, indem man die Sorgen und Anliegen der Bevölkerung nicht wahrnimmt, kann nicht im Sinne aller Bürger, die man eigentlich zu vertreten hat, sein.

   Irgendwann wird die Rechnung präsentiert, aber dann ist manches nicht mehr korrigierbar.

Der Unmut der Bevölkerung hat den „Groß“ -Parteien bei der letzten Nationalratswahl schwer zugesetzt. Nur ein Umdenken der politischen Entscheidungsträger in allen Bereichen könnte eine weitere Steigerung des Unmutes verhindern.

   Weshalb müssen die Bewohner der Altstadt seit Jahren hinnehmen, dass sie vor allem an Wochenenden nicht in Ruhe schlafen können, da die gesetzliche Nachtruhe von vielen Besuchern der Beislszene mit Füßen getreten und vorsätzlich ignoriert wird? Hinzu kommt noch der Vandalismus durch Betrunkene, die schwere Sachbeschädigungen verursachen (siehe Figuren an der Piaristenkirche, Abfackelung eines Parkautomaten oder von Papiercontainern, Demolierung von Blumentrögen, Verkehrszeichen, Tafeln, etc…..) und ihre Notdurft an den Häuserfassaden oder in Einfahrten verrichten.

   Alle bisherigen Maßnahmen gegen solche Auswüchse blieben wirkungslos, da sich die meist jugendlichen Nachtschwärmer nach eigenen Aussagen unbeobachtet fühlen und keine Konsequenzen zu erwarten haben. Die Forderung nach einer Polizeistube im Rathaus (wie früher) wurde bisher nicht in Betracht gezogen. Die von der Bevölkerung in vielen Besprechungen mit Gemeindepolitikern geforderte Überwachung durch Kameras an neuralgischen Punkten wurde bisher mit nicht nachvollziehbaren Argumenten abgelehnt. Eine Überwachung des weitläufigen Altstadtgebietes durch Exekutivbeamte, die auf Streife nicht einmal aus dem Auto aussteigen, wird von der lärmgeplagten Bewohnerschaft als Hohn empfunden.

   In Sonntagsreden der gewählten Mandatare hört man immer von der Belebung der Altstadt, insbesondere der Unteren Landstraße. Die Realität sieht dort leider anders aus. Da attraktive Parkmöglichkeiten fehlen, ist von einer einst lebendigen Unteren Stadt schon lange keine Rede mehr. Tatsache ist, dass die Autofahrer lieber in die Einkaufszentren an der Peripherie ausweichen, da wegen der mangelnden zentrumsnahen Parkplätze und der zusätzlichen Gebührenpflicht in der Altstadt im Vergleich mit den freien Parkplätzen der Supermärkte keine Chancengleichheit in der Akzeptanz besteht.

   Leider wird beim geplanten Neubau der BH auf den Hentschlgründen eine Jahrhundertchance auf ausreichende, attraktive und zentrumsnahe Parkmöglichkeiten vertan, denn genau unter diesen Neubau gehören die auch von den Politikern geforderten und versprochenen Parkplätze, wie auch die Unterschriftenaktion 2002 des Altstadtvereines beweist. Damals haben mehr als 1300 Kremser Bürger genau für dieses Anliegen votiert! Ein Verkehrskonzept für diesen Bereich wie für den gesamten Altstadtbereich ist weiterhin überfällig.

   Es fehlt in der Altstadt ein Bebauungsplan. Wie kann in einer Weltkulturerbezone wie die Kremser Altstadt  ein derartig überzogener, großvolumiger und ungegliederter Betonklotz, wie es der Neubau auf den Konviktsgründen darstellt, von Lokalpolitikern als fortschrittliches Bauen gepriesen und dargestellt werden? Dies ist völlig unverständlich, da auch vom früheren Landeskonservator Dr. Kitlitschka  eine Altstadt als ein organisches Wesen bezeichnet wurde, das von der Variation der Gleichartigkeit lebt. Dazu steht die Größenordnung des besagten Neubaus an der Ringstraße völlig im Widerspruch, zumal auch die seelenlose (computergenerierte) Fassade zum totalen Verlust jeglicher menschlicher Dimension beiträgt!

    Leider wird bei Projekten immer auf schwerbezahlte, sogenannte Fachleute von außen zurückgegriffen. Die unmittelbar vor Ort  wohnenden betroffenen Bewohner werden meist übergangen, obwohl sie als täglich mit den Problemen konfrontierte Bürger sehr wohl Bescheid wissen und damit genauso „Fachleute am Ort“ sind, die auch mitbestimmen  und ihre Ideen einbringen wollen.

   Wir, vom Verein der Freunde der Kremser Altstadt sind dazu immer bereit, nur wurde dies von Seiten der Politik bisher zuwenig gewürdigt bzw. ernst genommen. Eine Stadtentwicklung zur Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität kann nur mit den  Bürgern geschehen.

 

     Der VFKA – Für den Vorstand   

(OStR. Mag. Josef Pachschwöll – Obmann)