Runder Tisch zur Verkehrssituation Steindl/Langenloiserberg
Am Mittwoch, den 15. April 2009 löste Stadtrat Stummer nun endlich sein Versprechen von Dezember 2007 ein, die IGSL in die Planung eines Verkehrskonzeptes für ihr Wohngebiet einzubinden. Im Steiner Rathaus kam es zu einem Treffen zwischen der IG mit Vertretern von Stadtentwicklung und Verkehrsplanung, sowie Verkehrsexperten Ing. Pöschl von der ASV für Verkehrstechnik der NÖ Landesregierung.
Diesem runden Tisch vorausgegangen war eine kurze Eiszeit zwischen den beiden Parteien. Anrainern der Steindl- und Stratzingerstraße war im Dezember 2008 ohne vorherige Absprache eine Ankündigung der Änderung des Flächenwidmungsplanes ins Haus geflattert. Sie sollten Teile ihrer Grundstücke zur Verbreiterung und Verschwenkungen der Straßenzüge abtreten. Aufgrund von massiven Protesten und Unmutsäußerungen der Bewohner wurden die Abtretungen entlang der Steindlstraße mit Hinweis darauf, dass Verkehrsexperten diese als nicht zielführend bescheinigten, wieder verworfen. Dies war auch der Zeitpunkt, zu dem sich die Stadtvertreter wieder an ihr Ansinnen erinnerten, gemeinsam mit der Bevölkerung, und nicht gegen sie, an einer Lösung zu arbeiten.
Als Einleitung des von Magistratsdirektor Hallbauer moderierten runden Tisches zeigte Frau Mag. Prantz, IG Obmannstellvertreterin, in eindrucksvollen Bildern die Ist-Situation. Durch die topographischen Bedingungen (teils sehr steil abfallende Hänge) und die historisch gewachsene, überwiegend kleinteilige Besiedelungsstruktur ergibt sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine problematische Verkehrssituation. Durch fehlenden Parkraum werden Straßen nur mehr einspurig befahrbar bzw. sind von Haus aus nur einspurig, steil abfallende Straßen münden in uneinsichtige Spitzkehren, die Zufahrtsmöglichkeiten zu einem relativ großen Wohngebiet beschränken sich auf bereits zwei mehr als ausgelastete Straßenzüge. Die stark vertretene ältere Generation ist darauf angewiesen, dass der Stadtbus durch das Wohngebiet fährt, was wiederum zu brenzligen Ausweichmanövern führt. Auch die Geschwindigkeit der Busse ist nicht immer den außergewöhnlichen Bedingungen angemessen, was besonders beim Spielplatz Kraxenweg mit nicht gesichertem Auslauf zu gefährlichen Situationen führt.
Die größte Befürchtung der Steindl- und Langenloiserberg - Bewohner ist jedoch, dass sich diese problematische Situation durch geplante Großbauten wie das Eurovillaprojekt, das Gartenensemble und weitere zukünftige Anlagen noch verschärft bzw. sich ins unerträgliche Maß steigert. Obmann Dipl. Ing Schwach: „ Das Wohngebiet und das Verkehrsnetz am Steindl bzw. Langenloiserberg verträgt keine weitere Ansiedelung extrem verdichteter großvolumiger Baukörper. Da wir jedoch nicht prinzipiell gegen jede weitere Bebauung auftreten, fordern wir den gesetzlich möglichen Zusatz bei der Widmungsart Bauland – Wohngebiet im Flächenwidmungsplan, der vorsieht, dass maximal 2 bis 3 Wohneinheiten pro Grundstück neu entstehen! Bereits heute stehen etliche neu errichtete Wohnanlagen teilweise leer und warten schon des längerem auf neue Bewohner.“
Ein durch Befragung der betroffenen Bevölkerung aufgestellter Forderungskatalog enthält folgende weitere Punkte und Vorschläge: Erstellung eines Bebauungsplanes, Verlängerung der Bausperre bis ein entsprechendes Verkehrskonzept in Absprache mit der Bevölkerung ausgearbeitet wurde, eine Verkehrsberuhigung und Erweiterung des Parkplatzangebotes durch Einbahnregelungen und Wohnstraßen, verkehrsangepasster Ausbau der Straßeneinmündungen in die Langenloiserstraße, nur Fahrten von und zu Anrainern und Radfahrern mit Ausnahme des Stadtbus, Sicherungsmaßnahmen für Kinder im Bereich Kinderspielplatz/Kraxenweg. Die anschließende Diskussion verlief in einem sehr konstruktiven und konzilianten Klima und gipfelte im Versprechen von Stadtrat Stummer, sich sofort um die Sicherung des Kinderspielplatzes zu kümmern, Kontakt mit der Postbus AG aufzunehmen, um nochmals auf die besonderen Bedingung des Wohngebietes aufmerksam zu machen und die Bus-Fahrer zur besonderen Vorsicht anzuhalten, sowie die Ausarbeitung von mehreren Verkehrskonzepten, wobei erste Ergebnisse im September der IG präsentiert werden sollen.
Obmann Schwach bedankte sich bei den Vertretern der Stadtgemeinde und zeigte sich zufrieden: „Erstmals ließ die Stadtverwaltung die Hoffnung aufkommen, dass sie unsere Sorgen und Ängste ernst nimmt und Bürgerbeteiligung nicht nur ein leeres Versprechen für sie darstellt! Wir sehen einer weiteren Gesprächsrunde im Herbst freudig entgegen!“



