21.1.2016

IGSL – Interessensgemeinschaft Steindl Langenloiserberg (IGSL)

 

Bürgerprotest bei erster Bauverhandlung „Am Steindl“

– Verhandlung unterbrochen und vertagt.

 

Bei eisigen -10° C versammelten sich Mittwoch früh rd. 40 Personen, Anrainer,

die Bauwerber und viele Mitglieder der IGSL als interessierte Zuhörer

zur Bauverhandlung über die projektierte Neuverbauung auf den

„Offiziersgründen“ am Steindl unter der Verhandlungsleitung von Ing.

Angerer vom Anlagenrecht Krems.

Auf Grund der vielen fundierten Einsprüche, grober Verfahrensmängel

wie „verschönte Aussteckung“, Kategorisierung von 150 m2 Garagendach

als Garten, fehlender Gutachten, unfairer Planverfassung (die

Fronten der Nachbarhäuser wurden am Plan perspektivisch verzerrt um

rd. 30% größer dargestellt) und Unklarheiten bei der Planung wurde die

Verhandlung von Herrn Ing. Angerer schließlich abgebrochen.

In der Folge wurden (im Warmen) über rd. 2 Stunden die diversen Einwendungen

der Anrainer protokolliert und es wird eine neue Verhandlung

ausgeschrieben.

Hauptkritikpunk der Anrainer war der unangepasste „Monsterbau“ mit 17

Wohnungen und beinahe dreifacher Bebauungsdichte gegenüber dem

angrenzenden Areal.

Ein großer Flachbau mit 17 Wohneinheiten soll zwischen zwei Häuser

mit jeweils 4 Wohnungen in den zentral gelegenen Garten „gequetscht“

werden. Dadurch würde ein in der Fachliteratur als für NÖ (Waldviertel)

interessant bezeichnetes architektonisches Ensemble zerstört werden.

Eine Stellungnahme der Stadtentwicklung wurde, weil oberflächlich und

fehlerhaft, für eine Ortsbildbeurteilung als unbrauchbar abgelehnt. Mit

Spannung erwarten die Anwohner daher das vom Verhandlungsführer in

Aussicht gestellte detaillierte Ortsbildgutachten (gemäß §56 der NÖ

Bauordnung) für die nächste Verhandlungsrunde.

Der zentrale Kritikpunkt für alle „Steindlbewohner“ betraf die Verkehrsinfrastruktur.

Auf Grund des Fehlens des vor 8 (!) Jahren zugesagten Verkehrskonzepts

sind Zu- und Abfahrt zum Siedlungsgebiet schon jetzt

kaum ausreichend und werden durch größere Projekte wie das vorliegende

immer mehr belastet.

Obgleich in der Umgebung Parkraumknappheit herrscht, bietet der Bauwerber

für 17 Wohnungen nur 17 Garagenplätze an. Verantwortungsvolle

Grundeigentümer im selben Ensemble haben bereits 2 Parkplätze pro

Wohnung realisiert wie z.B. auch die GEDESAG in vielen ihrer Projekte

(so in der benachbarten Siedlung an der Langenloiserstraße).

Die NÖ Bauordnung erlaubt für Neubauten das Vorschreiben von mehr

als einem Parkplatz pro Wohneinheit, und die meisten Städte in NÖ und

selbst kleinere Gemeinden nutzen dieses Recht besonders in kritischen

Gebieten, um die öffentlichen Flächen zu entlasten.

Selbst das vom Kremser Gemeinderat beschlossene Stadterneuerungskonzept

sieht in sensiblen Bereichen – und dazu zählt der Steindl –

zumindest 2 Stellplätze pro Wohneinheit auf Eigengrund vor.

Ziel muss sein eine Siedlungsverdichtung auf freien Flächen

durch angepasste Projekte mit flankierenden Infrastrukturmaßnahmen

zu erreichen. Dieses Projekt würde in

entsprechender Form eine klare Möglichkeit dazu bieten.

Für den Vorstand

Mag. Mathilde Prantz, Obfrau