IGSL – Interessensgemeinschaft Steindl Langenloiserberg (IGSL)
Bürgerprotest bei erster Bauverhandlung „Am Steindl“
– Verhandlung unterbrochen und vertagt.
Bei eisigen -10° C versammelten sich Mittwoch früh rd. 40 Personen, Anrainer,
die Bauwerber und viele Mitglieder der IGSL als interessierte Zuhörer
zur Bauverhandlung über die projektierte Neuverbauung auf den
„Offiziersgründen“ am Steindl unter der Verhandlungsleitung von Ing.
Angerer vom Anlagenrecht Krems.
Auf Grund der vielen fundierten Einsprüche, grober Verfahrensmängel
wie „verschönte Aussteckung“, Kategorisierung von 150 m2 Garagendach
als Garten, fehlender Gutachten, unfairer Planverfassung (die
Fronten der Nachbarhäuser wurden am Plan perspektivisch verzerrt um
rd. 30% größer dargestellt) und Unklarheiten bei der Planung wurde die
Verhandlung von Herrn Ing. Angerer schließlich abgebrochen.
In der Folge wurden (im Warmen) über rd. 2 Stunden die diversen Einwendungen
der Anrainer protokolliert und es wird eine neue Verhandlung
ausgeschrieben.
Hauptkritikpunk der Anrainer war der unangepasste „Monsterbau“ mit 17
Wohnungen und beinahe dreifacher Bebauungsdichte gegenüber dem
angrenzenden Areal.
Ein großer Flachbau mit 17 Wohneinheiten soll zwischen zwei Häuser
mit jeweils 4 Wohnungen in den zentral gelegenen Garten „gequetscht“
werden. Dadurch würde ein in der Fachliteratur als für NÖ (Waldviertel)
interessant bezeichnetes architektonisches Ensemble zerstört werden.
Eine Stellungnahme der Stadtentwicklung wurde, weil oberflächlich und
fehlerhaft, für eine Ortsbildbeurteilung als unbrauchbar abgelehnt. Mit
Spannung erwarten die Anwohner daher das vom Verhandlungsführer in
Aussicht gestellte detaillierte Ortsbildgutachten (gemäß §56 der NÖ
Bauordnung) für die nächste Verhandlungsrunde.
Der zentrale Kritikpunkt für alle „Steindlbewohner“ betraf die Verkehrsinfrastruktur.
Auf Grund des Fehlens des vor 8 (!) Jahren zugesagten Verkehrskonzepts
sind Zu- und Abfahrt zum Siedlungsgebiet schon jetzt
kaum ausreichend und werden durch größere Projekte wie das vorliegende
immer mehr belastet.
Obgleich in der Umgebung Parkraumknappheit herrscht, bietet der Bauwerber
für 17 Wohnungen nur 17 Garagenplätze an. Verantwortungsvolle
Grundeigentümer im selben Ensemble haben bereits 2 Parkplätze pro
Wohnung realisiert wie z.B. auch die GEDESAG in vielen ihrer Projekte
(so in der benachbarten Siedlung an der Langenloiserstraße).
Die NÖ Bauordnung erlaubt für Neubauten das Vorschreiben von mehr
als einem Parkplatz pro Wohneinheit, und die meisten Städte in NÖ und
selbst kleinere Gemeinden nutzen dieses Recht besonders in kritischen
Gebieten, um die öffentlichen Flächen zu entlasten.
Selbst das vom Kremser Gemeinderat beschlossene Stadterneuerungskonzept
sieht in sensiblen Bereichen – und dazu zählt der Steindl –
zumindest 2 Stellplätze pro Wohneinheit auf Eigengrund vor.
Ziel muss sein eine Siedlungsverdichtung auf freien Flächen
durch angepasste Projekte mit flankierenden Infrastrukturmaßnahmen
zu erreichen. Dieses Projekt würde in
entsprechender Form eine klare Möglichkeit dazu bieten.
Für den Vorstand
Mag. Mathilde Prantz, Obfrau
