IGSL – Interessensgemeinschaft der Bewohner Am Steindl – Langenloiserberg
Jahresrückblick 2016
Auch 2016 haben wir uns wie in den vorangegangenen Jahren weiterhin für unser großes Anliegen eingesetzt, für unser Siedlungsgebiet eine angepasste, nachhaltige Entwicklung für Bewohner im Altbestand wie auch für sich neu ansiedelnde Mitbürger zu erreichen. Dabei war das vergangene Jahr die Bebauung betreffend ein wichtiger Wegpunkt.
Bauvorhaben
Die Bauprojekte, die wir als Anlass unseres Zusammenschlusses 2007 kennen, „Offiziersgründe" am Kraxenweg gegenüber dem Spielplatz und „Metternichgründe" am unteren Kraxenweg, gingen begleitet vom regen Interesse des Vereins und der Mitglieder in die nächste Runde.
Den Anfang machte am 20. Januar das Projekt „Offiziersgründe". Hier soll eine Wohnhausanlage in verdichteter Bauweise mit 17 Wohneinheiten entstehen. Geplant sind verbunden durch ein Stiegenhaus mit Liftanlage zwei Wohnblöcke quer zur Straße. Das letzte nach der Parzellierung und dem Verkauf der übrigen Häuser mit Grundanteil freie Grundstück würde so maximal ausgenutzt. Einwendungen der Anrainer wegen mangelhaften Aussteckens der Grundgrenzen und fehlender bzw. fehlerhafter Gutachten führten bereits zweimal zur Unterbrechung der Bauverhandlung. Ein dritter Termin steht noch aus.
Die Bauverhandlung für die „Metternichgründe" fand am 6. Oktober statt. Es gibt dafür auch bereits einen Baubescheid, der aber beginnend mit einer nicht übersichtlichen Aussteckung und aus verschiedenen anderen Gründen beeinsprucht wurde. Bewilligt sind 50 Wohneinheiten in 17 teils einzeln, teils gekoppelt stehenden oder reihenhausartig angeordneten Häusern.
Um diese verdichtete Bauweise zu ermöglichen, musste die Gemeinde die veraltete In-frastruktur bei Kanal, Wasser, Strom und Gas erst anpassen. So wurde der Abschnitt des mittleren Kraxenwegs im Bereich der „Offiziersgründe" im vergangenen Jahr erneuert.
Heuer sollte anschließend die Straße „Am Steindl" saniert werden. Aber aufgrund der schwierigen geologischen Verhältnisse zogen sich diese Arbeiten so in die Länge, dass einige Abschnitte sowie die Steindlstraße entgegen der urspünglichen Planung erst im Jahr 2017 abgeschlossen werden können.
Für die „Metternichgründe" musste überhaupt erst der Kraxenweg ausgebaut werden, damit die Grundstücke erschlossen werden konnten. Auch hier wurden alle Zuleitungen erneuert.
Verkehr
Das Gebiet Steindl-Langenloiserstraße hat, wie wir wissen, auf Grund des engen Straßennetzes ein Problem mit dem fließenden und ruhenden Verkehr. Nun ist es aber Aufgabe der Gemeinde, in einer vorausschauenden, nachhaltigen Planung hier angepasste Lösungen in Form eines Verkehrskonzeptes zu realisieren. Das gilt besonders dann, wenn sie - wie bei uns – größere, nachverdichtende Bauprojekte genehmigt. Unverständlich ist in diesem Zusammenhang der nach veralteten Plänen erfolgte Ausbau des unteren Kraxenwegs, weshalb unsere Forderung nach 2 Parkplätzen pro Wohneinheit bei Neubauten auf Eigengrund weiterhin ein besonderes Anliegen bleibt. Darauf haben wir jedes Mal bei Treffen mit Vertretern aus der Politik und der Gemeinde hingewiesen, am Rande von Veranstaltungen, bei Gemeinderatssitzungen und bei separaten Gesprächen. Solche Zusammenkünfte gab es mit dem Bürgermeister, dem Baustadtrat, dem Verkehrsstadtrat, dem Baudirektor und Vertretern des Anlagenrechts.
Beim letzten Gespräch im Oktober sagten uns Baustadtrat Vizebürgermeister Haselmayer und Baudirektor DI Weitzer zu, in der Frage der Mindestanzahl der Parkplätze eine Rechtsauskunft vom Land einzuholen und das Ergebnis dann weiterzuleiten. Da dieses Versprechen nicht erfüllt wurde, hat der Vorstand selbst vor 4 Wochen ein Ersuchen um Rechtsauskunft an die Abteilung Baurecht und Raumordnung bei der Landesregierung gerichtet und Ende Dezember dann eine in unserem Sinn positive Antwort erhalten. Darüber wird noch gesondert berichtet werden.
Bürgerbeteiligung – Örtliches Entwicklungskonzept
Wie schon in den vorangegangenen Jahren nahmen Vertreter der IGSL an Veranstaltungen, die sich mit dem Thema Örtliches Entwicklungskonzept und Bürgerbeteiligung beschäftigten, teil. 2015 war das ÖEK Thema der Zukunftskonferenz, verschiedene Aspekt wurden in Arbeitskreisen und im Forum diskutiert und Anregungen erarbeitet. Diese wurden von der Baudirektion als Bürgerbeitrag in die finale Fassung des theoretischen Rahmens eingearbeitet. Baudirektor DI Weitzer stellte dieses Konzept im Januar unter der Bezeichnung „Krems 2030" den Teilnehmern der ZKK 2015 und interessierten Bürgern vor, es wurde im Februar im Gemeinderat beschlossen. Dieser Rahmen soll in den nächsten Jahren inhaltlich mit dem Flächenwidmungsplan (schon vorhanden), Bebauungsplänen und Verkehrskonzept ausgefüllt werden. Das Raumordnungsgesetz NÖ sieht zu ihrer Erstellung eine Bürgerbeteiligung vor. Möglichkeiten und Modelle der Bürgerbeteiligung waren daher das Thema der ZKK 2016. Die Ergebnisse daraus sollten zur Ausarbeitung des „Kremser Bürgerbeteiligungsmodells" beitragen, das von Politik und Gemeinde ausgearbeitet wurde und im Frühjahr im Gemeinderat beschlossen werden soll. Daran anschließen soll sich laut Baudirektor die Erarbeitung eines Verkehrskonzeptes. Nützen würden diese Pläne unserem Siedlungsgebiet jedoch nur noch, wenn baldigst durch die Gemeinde eine Bausperre erlassen würde.
Wie groß das Interesse der Stadt allgemein an dem Format Bürgerbeteiligung in der Zukunftskonferenz ist, lässt sich allein daran ablesen, dass die ZKK in den ersten Jahren 2 ½ Tage dauerte mit Arbeitskreisen, die sich bis zu 6-mal im Jahr zur Weiterarbeit trafen, während die Veranstaltung des letzten Jahres mit einer Dauer von 4 ½ Stunden den Bürgern gerade 2 Stunden Zeit zur Diskussion ließ. Arbeitskreise gibt es nicht mehr.
Vereinsintern gab es im Jahr 2016 neben den Treffen im Schreiberhaus 2 größere Veranstaltungen.
Im Juli fand der „Lokalaugenschein" statt, ein Informationsnachmittag aus Anlass der Wiederaufnahme der Bauprojekte auf den „Offiziers- und Metternichgründen". Eine Dokumentationsausstellung zeigte eine Zusammenfassung der Arbeit der IGSL seit 2007 für eine angepasste, nachhaltige Entwicklung von Steindl und Langenloiserstraße. Neben interessierten Mitgliedern und Anrainern konnten wir Vertreter fast aller im Gemeinderat vertretener Parteien begrüßen.
Im September gab es dann bei ausgezeichnetem Wetter das alljährliche Straßenfest, das auch in diesem Jahr wieder gut besucht war.
Presseausendungen zu den Bauverhandlungen und anderen Aktivitäten fanden ihren Niederschlag in etlichen in der NÖN veröffentlichten Berichten.
Für den Vorstand
Mag. Mathilde Prantz, Obfrau
02732-73316/mathilde.prantz@aon.at
